Konzert von „Passatempo“ in der Bandfabrik am 8.4.2016    „Von immer nach immer“

Das Quartett spielt schon viele Jahre zusammen, man merkt das sofort. Das Repertoire reicht von Südamerika über viele Länder und Regionen wie Argentinien, Griechenland, Israel und Osteuropa.

 

Wenn auch Klaus Harms häufig als Texter und Komponist auftritt, so gehören natürlich Astor Piazzolla ebenso zum Programm wie Mulo Francel, Jun Miyake ua.

 

Der Klangkörper, ja Klangkörper, besticht durch Präzision, sensible Harmonik und fein abgestimmte Klangbeziehungen. Die Soloinstrumente, besonders die über den Themen zu schweben scheinende Querflöte, bleiben eigenständig, ohne den musikalischen Kontext zu den anderen Instrumenten zu verlieren.

 

Die vielsprachige Evelyn Maliahustas mit griechischen Wurzeln bringt ihr Akkordeon in typischer Charakteristik zur südamerikanischen Tradition seelenvoll ein, hier lebt Piazzolla spürbar auf, das Flair schwingt unmittelbar mit.

 

Uwe Faulenbach, ein begeisterter und begeisternder Perkussionist, treibt nach vorn, begleitet dezent, immer präsent, immer das Ensemble im Ohr. 

 

Klaus Harms, mit selbst gebautem Fretless-Bass aus Wenge, ungeheuer eindringlich, mit Übersicht, da klingt etwas durch, das ist schon was.

 

Ein unvergesslicher und beeindruckender Abend in der vollen Bandfabrik, trotz Konkurrenz durch die WDR Bigband im Café Ada. Zwischen Tango und Chamamé, Eigenkompositionen und Neubearbeitungen geraten besonders die eindringlichen Texte von Sokrates über Pablo Picasso, Michael Ende, CG Jung bis hin zu Isolde Linton zur tiefen Resonanz mit der Musik und beflügeln die Gefühle „von immer nach immer“.

 

Rezension von W. Schlottke v. 14.4.16

verfasst für die Westdeutsche Zeitung